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Hola again!

Das Museo Larco in Lima

Oder: Digital wieder da, im echten Leben erstmal weg

 

Liebe Leserschaft,

ja, er lebt noch, der Blog! Es ist August, der letzte Eintrag war im Mai, und Junge, Junge, es war viel los. Danke für eure Geduld, liebe Leserschaft, es ist schön, dass ihr hier seid. Hier ist er nun, der erste Blogeintrag nach einer recht langen Pause.

Eigentlich vermeide ich, sofern ein Blogformat wie dieses es zulässt, Einträge, die ein bestimmtes Thema haben: mich. Aber Ausnahmen gibt es immer, und eine solche stellt dieser Beitrag dar. Denn vier Monate Abwesenheit von einem ansonsten eigentlich halbwegs regelmäßig gefütterten Blog möchte ich doch irgendwie nicht ganz unkommentiert lassen.

Also, was war los? Einiges. Fangen wir mal an.

1. Masterarbeit

Ich habe meine Masterarbeit geschrieben und vor ein paar Wochen dann tatsächlich abgegeben. Das war aus zweierlei Gründen echt ganz schön anstrengend. Zum Einen war es zum Ende hin ein ziemlich ermüdender Kampf mit und gegen Citavi, und seien wir ehrlich, Hunderte von Fußnoten durchzugehen, macht spätestens ab Tag drei keinen Spaß mehr. Stolz kann ich aber berichten, das Ganze mit nur zwei koffeingeschwängerten Nachtschichten durchgezogen zu haben. Mich jeden Tag in die Uni zu schleppen und dort im ewig gleichen Gebäude an der ewig gleichen Masterarbeit rumzubasteln, hat doch einiges an Selbstdisziplin gefordert, ein wirklich sehr hohes Gut, über das ich bedauerlicherweise in nur sehr geringem Umfang verfüge. Auf ganz verquere Weise war es aber auch eine schöne Zeit, denn das Ende war absehbar, das Ende von einer sich wie Kaugummi ziehenden Masterarbeitsschreiberei, das Ende der Zeit in Göttingen (eine Stadt, die ich trotz all der lieben und auch echt witzigen Menschen, die ich dort kennen gelernt habe, keinen Deut vermisse), das Ende eines Studiengangs, der mir in nur sehr sehr engem Rahmen Freude bereitet hat.

…was mich zu meinem zweiten Punkt führt: Die vier Monate waren zumindest anfänglich noch geprägt von Überlegungen, den ganzen Quatsch sein zu lassen und meinen Master abzubrechen. Denn wer sagt denn, dass man einen Studiengang nicht schmeißen kann, nur weil man kurz vor dem Abschluss steht? Zugegeben: einige Leute. Aber sie haben Unrecht. Es wäre ein Vorgang von wenigen Minuten. Jedenfalls kosten derlei Überlegungen erstens Zeit und zweitens Energie, die dann wieder an anderer Stelle fehlt, z.B. zur Masterarbeitsschreiberei. Alles hängt mit allem zusammen.

Ich brech‘ ab, ich brech‘ nicht ab. Ich brech‘ ab, ich brech nicht ab…
(Foto über Pixabay)

Wie ich dann doch zu der Entscheidung kam, noch diese Arbeit zu schreiben, ist eine ebenso lange (und wahrscheinlich mäßig spannende) Geschichte wie die Frage danach, ob es überhaupt schlau war, sich für die Angsthasen-Variante zu entscheiden und sicherheitshalber noch die ganze Sache zu Ende zu bringen (übrigens nicht zu früh freuen: Offiziell bin ich noch nicht fertig). Wen das wirklich interessiert, möge sich auf einen Tee oder ein Bierchen mit mir treffen oder mit mir skypen – denn:

2. Peru

Ich bin in Peru!!! Seit bald zwei Wochen, und es gefällt mir sehr gut. Ich mache hier einen einjährigen weltwärts-Freiwilligendienst bei einem lokalen Radiosender, der sich viel mit Umweltschutz, Menschenrechten und überhaupt der Lage der Bevölkerung vor Ort beschäftigt. Aber der Reihe nach.

Das Schöne an weltwärts ist, dass es anscheinend immer eine ganze Menge Restplätze gibt, egal wann die eigentlichen Fristen der jeweiligen Entsendeorganisation offiziell waren. Wenn man also halbwegs flexibel ist, was z.B. das Zielland oder die dort verrichtete Tätigkeit betrifft, hat man auch kurzfristig eine Chance. Da ja die meisten Dinge in meinem Leben Hau-Ruck-Aktionen sind, kommt mir (und Menschen wie mir) diese Tatsache natürlich sehr gelegen. Es ging dann natürlich alles sehr schnell, an einem Donnerstag habe ich das erste Mal mit meiner jetzigen Entsendeorganisation gesprochen und am Montag darauf schickten sie mir den Vertrag. Dazwischen lagen eine Bewerbung und diverse Telefonate, aber am Ende stand fest: Ich gehe nach Peru. Nach Peru! Für zwölf Monate! Krasse Sache.

Und ich bin sehr froh damit. Der Tapetenwechsel tut mir echt gut und es ist spannend, diese mir bis dahin unbekannte Ecke der Welt zu erkunden – ich freue mich auf das, was vor mir liegt.

Die peruanische Küche ist super. Das hier ist lomo saltado (sehr zu empfehlen)

Halt, Freiwilligendienst? Halt, Peru? Warum das denn? Ich gebe zu: mit einem Fast-Masterabschluss in Chinesischem Recht ist das nicht die naheliegendste Wahl, aber auch nicht die abwegigste. Für mich stand fest, dass ich nach dem Abschluss (in Szenario B: Abbruch) nicht sofort in das Hamsterrad des Berufslebens bzw. der Jobsuche hüpfen, sondern erst noch etwas Anderes machen möchte. Nicht nur wegen des Stresses, den die letzten Semester mit sich brachten, sondern einfach weil derlei Dinge mit der Zeit immer schwerer durchzuführen sind. Eine Option wäre natürlich gewesen, weltwärts in China zu machen, aber warum nicht mal was Anderes? Warum nicht sträflich vernachlässigte Spanischkenntnisse entrosten? Warum nicht mal noch ein anderes Land ein bisschen kennen lernen? China ist supercool, aber das heißt rein logisch ja nicht, dass es woanders nicht auch cool ist. Und Peru ist definitiv cool, das kann ich jetzt schon sagen.

So Peruvorbereitungen machen Spaß, sind aber auch zeitintensiv, und da muss zwischen Masterarbeit und Umzug und Göttingen-/Heimatort-Abschieden irgendwas gestrichen werden, und das war dann der Blog. Unter anderem.

3. Dies und das

Masterarbeit, Umzug, Göttingen-Abschiede? Das war alles? Naja. Nein. Es gab noch viele kleine, (ebenfalls) schöne Dinge.

Das Prinzip „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ hat mir, wie ich gestehen muss, noch nie so ganz eingeleuchtet. Wahrscheinlich ist da jeder Mensch anders – mir tut eher der Wechsel von Arbeit und Vergnügen gut, denn wochen- und monatelang alles geben, um dann in ein richtig tiefes Loch der Erschöpfung zu fallen, fand ich schon immer schlimm.

Und so war ich im Juni, während meiner viermonatigen Blogabstinenz, eine Woche im Urlaub in Bulgarien. Ein sehr schönes Land! Wir waren in Sofia und in Plovdiv, ich kann beides wirklich empfehlen. Das bulgarische Essen ist super, die Sonne ist großzügig, es gibt so viel Historisches zu bestaunen, viele Spuren der Römer sowie Kirchen und Moscheen und sozialistische Protzbauten (für die ich ja echt ein Faible habe), und das alles für nicht allzu viel Geld.

das römische Amphitheater in Plovdiv

Andere kleine Dinge? Oh ja. Mein Opa wurde 90 (!!!) und es gab ein schönes Fest. Ich war im Mai ein paar Tage in Berlin bei einer Freundin. In Göttingen war MUN-Konferenz – ich habe sehr viele Kisten getragen und sehr viel Spaß gehabt. Ich war auf einem Vorbereitungsseminar für Peru und habe die anderen Freiwilligen kennen gelernt. Ach, es war viel los, zumindest in der ersten Hälfte der viermonatigen Pause. Der Juli war ein Göttingenmonat und Mitte August ging es dann nach Peru.

Joar, liebe Leserschaft, das ist hier so die Lage und ihr seid wieder auf dem neusten Stand, was mein Treiben der letzten Zeit betrifft. Ich hoffe dieses kleine Update hat euch gefallen und ich freue mich schon darauf, bald wieder mehr für diesen meinen Blog zu schreiben, ich merke richtig, wie mir das gefehlt hat.

Eure irgendwann auch noch Multitasking lernende Charlotte

PS: Der große Blogumzug ist auch fast fertig. Wie das bei Renovierungsarbeiten halt immer so ist.

 

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